Arztbesuch und Krankenstand: welche Punkte sind zu beachten

Arztbesuch und Krankenstand: welche Punkte sind zu beachten

12. Februar 2018|Aktuelles aus dem Unternehmen

Winterzeit ist Krankheitszeit. Wie jedes Jahr ist in den Monaten Jänner und Februar ein Anstieg der Erkrankungen und damit der Krankmeldungen in Unternehmen zu bemerken. Wer in einem aufrechten Dienstverhältnis steht, sollte bei Arztbesuch und Krankenstand einige Punkte beachten.

Unverzügliche Krankmeldung beim Arbeitgeber

Der Arbeitgeber ist unverzüglich davon zu verständigen, wenn man krank ist und nicht zur Arbeit erscheinen kann. Diese Verständigung kann zunächst mündlich (d.h. in der Regel telefonisch) oder schriftlich (z.B. per SMS oder per Email) erfolgen. Wenn man aufgrund der Erkrankung nicht selbst die Meldung machen kann, sollte dies ein naher Angehöriger oder eine sonstige Bezugsperson erledigen. Wichtig ist, dass der Arbeitgeber zunächst schnell Bescheid weiß.

Die oft verbreitete Meinung, dass man erst nach drei Krankheitstagen eine Bestätigung vom Arzt bringen muss, ist ein Mythos. Viele Betriebe haben hierzu unterschiedliche Regelungen und Gepflogenheiten, aber grundsätzlich darf der Arbeitgeber die ärztliche Bestätigung schon ab dem ersten Tag einfordern. Am besten ist also der sofortige Gang zum Hausarzt (sofern dieser am betreffenden Tag seine Ordinationszeiten hat; ansonsten zu seiner Vertretung).

Wer sich nicht um die Melde- und Nachweispflicht kümmert, verliert für die Dauer der Säumnis den Anspruch auf Entgelt (d.h. er bekommt keinen Lohn/Gehalt für diese Zeit). Im Normalfall stellt das aber keinen sofortigen Grund für eine fristlose Entlassung dar. Wir empfehlen aber, es nicht drauf ankommen zu lassen.

Inhalt der ärztlichen Bestätigung

Die ärztliche Bestätigung muss den Beginn, die voraussichtliche Dauer und die Ursache der Arbeitsunfähigkeit enthalten. Bei der Ursache wird in der Regel „Krankheit“ angegeben (bzw. „Unfall“/“Arbeitsunfall“ oder „Berufskrankheit“), da die Details aufgrund der Diagnose „Privatsache“ sind und der Arzt der ärztlichen Schweigepflicht unterliegt. Wir empfehlen, den Arbeitgeber möglichst frühzeitig auch über die voraussichtliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit zu informieren. Ist man nach der voraussichtlichen Dauer noch immer nicht gesund, ist ein neuerlicher Besuch beim Hausarzt angeraten und eine neue ärztliche Bestätigung mit den oben genannten Inhalten auszustellen.

Kündigung im Krankenstand

Ein Dienstverhältnis kann auch während eines Krankenstandes ganz normal von beiden Seiten beendet werden. Wenn man jedoch vom Dienstgeber während eines Krankenstandes gekündigt wird, dann endet zwar das Dienstverhältnis mit Ablauf der Kündigungsfrist, jedoch hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Fortzahlung des Entgelts, bis er gesund ist – längstens jedoch bis zur Ausschöpfung des gesetzlich geregelten Entgeltfortzahlungsanspruchs.

Arztbesuche

Arztbesuche sind grundsätzlich außerhalb der Arbeitszeit, also in der Freizeit, zu erledigen. Nur wenn das nicht möglich ist (weil z.B. ein Akutfall vorliegt oder weil der Arzt nur zu bestimmten Zeiten ordiniert und diese Zeiten mit der Arbeitszeit zusammenfallen), dann besteht ein gesetzlicher Anspruch auf bezahlte Freistellung vom Dienst. In diesem Fall stellt der Arzt in der Regel eine Bestätigung über den Besuch in seiner Ordination aus, die beim Arbeitgeber abzugeben ist. Achtung: Für Arbeiter und Angestellte können unterschiedliche Regelungen gelten (z.B. aufgrund besonderer Regelungen im Kollektivvertrag) – dies wäre im Einzelfall zu beurteilen.

Ausgehzeiten im Krankenstand

Auch wer krank ist, muss bestimmte Besorgungen (z.B. Einkauf von Lebensmitteln) erledigen (oder erledigen lassen). Oder auch für den (nächsten) Arztbesuch muss man das Haus verlassen. Hier gilt die Herangehensweise mit „Hausverstand“. Wer krank ist, braucht eine Genesungszeit, die in der Regel zu Hause verbracht wird – wer im Krankenstand in Feierlaune beim Wirt angetroffen wird, hat hier sicherlich Erklärungsbedarf.

Insbesondere Vorsicht ist im Hinblick auf die sozialen Netzwerke (Facebook, Instagram) gegeben. Es soll schon vorgekommen sein, dass vermeintlich kranke Mitarbeiter während ihrer Krankenstandzeit lustige Urlaubsfotos gepostet haben oder auch nur im Hintergrund auf den Fotos anderer zu sehen waren…

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